Die Pfundskerle Unsere Geschichte, von den Anfängen bis heute
Die Anfänge der Pfundskerle

Bereits in den 70ern gab es in den USA Leute, die genug davon hatten, als dicke und als schwule Männer belächelt und diskriminiert zu werden. Nachdem es am Anfang nur ein paar Postverteilerlisten gab, wurde die Zahl der gelisteten Personen immer größer. In den großen Städten entstanden die ersten Clubs. Durch die neuen, technischen Möglichkeiten der Pc's und ihrer Netze fanden noch mehr Leute zueinander und gründeten Gruppen überall in den U.S.A. Wie am Anfang der Schwulenbewegung überhaupt entstanden die ersten Girth & MirthGruppen als Selbsthilfegruppen. Dicken Schwule trafen sich, um gemeinsam in einer guten Atmosphäre ihre Freizeit miteinander zu verbringen. Sie mußten sich nicht schämen, konnten sich freier in der Gruppe bewegen und geben, und so Selbstvertrauen finden. Sie erfuhren, dass man sie auch attraktiv und sexy fand. Schönheitsideale gab es nicht, man akzeptierte sich so, wie man war, und hatte Spaß miteinander. Der Jugend und Schlankheitswahn in der schwulen Szene verstärkte den äußeren Druck natürlich. Diese soziale Geborgenheit kann man in den Clubs auch heute noch erfahren. Es kommt immer wieder vor, dass Leute aus der Provinz zu Girth & Mirth stoßen, feststellen, dass sie nicht die einzigen sind, die dick und schwul sind und sich fragen, wie sie in der Vergangenheit leben konnten. Jeder kann dazugehören, wenn er bereit ist, auf die Leute zuzugehen. Alter, Körpergröße und Gewicht sind nicht entscheidend, um bei Girth & Mirth mitzumachen. Alle Interessierten sind willkommen, prinzipiell ist keiner als Pfundskerl "ungeeignet".
Die Geschichte der Girth & Mirth Bewegung in Deutschland nahm ihren (zweiten) Anlauf 1992 in Hamburg. Dort trafen sich Leute und gründeten einen Club mit dem Namen 'Girth & Mirth Hamburg'. Der Club wuchs, und bald ergab sich die Schwierigkeit, dass sich der Hamburger Club eben auf Hamburg konzentrierte, während die inzwischen 250 Mitglieder über das ganze Land verteilt waren. So entstand die Idee, Regionalgruppen zu gründen. Neben Treffen in Hamburg, Berlin, Köln und München gab es dann seit Juli 1994 auch ein Treffen in Mannheim. Bald stellten sich die ersten Schwierigkeiten zwischen der Hamburger Leitung und den Regionalgruppen ein, da die Hamburger keine Kompetenz abgeben wollten, und die Regionalgruppen selbständiger sein wollten. Inzwischen war ein Verein gegründet worden, Girth & Mirth Deutschland, der die für 1995 geplante EBMC ausrichten sollte...

Frühjahr 1995

Nach der Wahl eines neuen Vorstands im Frühjahr 1995 traten andere, interne Probleme auf, die dazu führten, dass die EBMC abgesagt wurde, und sich der Verein auflöste. Übrig blieben vier Regionalgruppen, die nun unter neuem Namen weitermachten. Die Berliner "Heavy Teddies" und die Münchner "Isarbären" hatten sich schon vor der Vereinsauflösung selbständig gemacht, die Kölner "Dicke Freunde" und die Mannheimer "Pfundskerle" taten dies als letzte.
Die Gruppe in Hamburg hörte auf zu existieren. Einige dieser Clubs schlossen sich in einer Föderation zusammen, der Federation of European Big Men's Clubs, um Termine zu koordinieren und die Kontakte der Clubs untereinander zu verbessern. Auch die Pfundskerle traten dieser Föderation als Mitglied 1996 bei.

Die Pfundskerle sind kein eingetragener Verein e.V.

Die Pfundskerle sind seit ihrer Gründung ein Club und kein Verein (kein Eingetragener). Es gibt keinen Vorstand und keine Satzung. Was wir aber haben, ist eine Mitgliedschaft. Sie beinhaltet freies Essen und Trinken bei unserem beliebten sommerlichen Grillfest. Entscheidungen, die über Finanzen oder organisatorische Dinge getroffen werden müssen, werden im Rahmen der Treffen in Mannheim zur Sprache gebracht und getroffen.
Als Mitglied eines Girth & Mirth Clubs ist es kein Problem, in der Fremde neue Leute kennen zu lernen und Freunde zu finden. Wir und alle anderen Clubs wollen immer und gern eine Anlaufstelle sein für die, die neu in der Gegend oder nur zu Besuch sind. Der Name "Pfundskerle" war eine Idee eines Mitglieds und wurde auch gleich mit Zustimmung aufgenommen. Ein Logo hatte der neue Club 1995 noch nicht. Das kam erst 1997 dazu.
Im Gegensatz zu anderen Clubs schied eine Namensgebung nach Flüssen aus. Da die Mitglieder des Clubs in allen Teilen von SüdwestDeutschland wohnen, sollte dies auch im Namen zum Ausdruck kommen. Ein geographischer Ortsname schied daher auch aus. Und RheinMainNeckarSaarKerle war zu lang. Auch wurde mit Absicht auf das Wort "Bären" im Namen verzichtet, weil es genug Mitglieder gab, die diesen Begriff mangels Behaarung für sich als nicht zutreffend ansahen. Daher gab es den Zusatz "Girth & Mirth Südwest".

Das Clubleben bis 2013

Das Clubleben der Pfundskerle findet in erster Linie während der regelmäßigen Treffen des Clubs in Mannheim statt. Wichtig ist uns dabei, dass wir uns in einer gemütlichen Atmosphäre treffen, uns gut unterhalten, gemeinsam essen gehen und durch Aktivitäten unsere Freizeit miteinander verbringen. Auch finden sich immer wieder Leute, die gemeinsam andere Clubs besuchen oder Ausflüge machen.
Es gibt zur Zeit ein regelmäßiges Treffen im Monat. Es kann jeder dazukommen. Jeder Pfundskerl freut sich, wenn Interessenten oder Freunde vorbeischauen. Bei Veranstaltungen mit Kostenbeiträgen sind diese allerdings für Mitglieder niedriger. Daneben organisieren wir verschiedenste Aktivitäten, die dann auch über unseren Newsletter, unseren Pfundsbrief und über unsere Website bekanntgegeben werden.